Weinlexikon
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A
Abbeeren
Abbeeren nennt man das Trennen der Beeren von den Traubenstielen. Gewöhnlich erfolgt das Abbeeren beim oder unmittelbar nach dem Mahlen des Traubengutes. Stiele und eventuell anhaftende Fruchtfleischreste enthalten Tannin, dass, wenn es mitgekeltert wird, bei der Gärung in den Wein gelangt und diesem einen bitteren, adstringierenden Geschmack verleiht.
Ahr
Die Ahr ist eine kleines, deutsches Anbaugebiet am gleichnamigen Nebenfluss des Rheins. Seine ca. 430 ha Rebfläche werden zu 40 % mit Spätburgunder bestellt, den Rest teilen sich grösstenteils Portugieser, Riesling und Müller-Thurgau. Mittlerweile poduziert man gute, trockene, barrique-gereifte Spätburgunder, die sich zu recht hohen Preisen großer Beliebtheit erfreuen.Airén
Airén ist die meistangebaute Rebsorte Spaniens und war flächenmässig Ende der 80er Jahre sogar die meistangebaute Rebsorte der Welt. Ein Grossteil des Lesegutes dient nach wie vor zur Brandyerzeugung, aber durch moderne Kellertechniken erhält man auch mehr und mehr neutrale, junge und knackige Weissweine.Amarone
Der amarone ist ein sehr berühmter trockener italienischer Rotwein aus rosinierten Trauben. Der Wein ist mittlerweile ein eigenständiger DOC-Wein der Rebsorten Corvina, Rondinella und Molinara. Durch die Verdunstung des Wassers während der Rosinierung verdichten sich die Extrakte und im Idealfall entsteht im Keller ein cremiger, nicht zu süßer Wein mit vielfältigen dunklen Beerenaromen.B
Bordeaux
Das Weinbaugebiet Bordeaux (frz.: Bordelais) ist das größte zusammenhängende Qualitätsweinanbaugebiet der Welt. In etwa 4000 Châteus, wie hier die Weingüter genannt werden, erzeugt man weltberühmte Weine. Durch ein differenziertes System von regionalen und kommunalen Kalssifikationen und Appelationen wurde schon früh eine noch heute gültige qualittative Hierarchie geschaffen. Die einzelnen Lagen spielen hier dann auch nur eine untergeordnete Rolle, wichtiger ist das Château, in dessen Namen die Wein verarbeitet werden.
Typisch sind trockene, langlebige Rotweine, die im Médoc fruchtiger und in Saint-Émilion und Pomerol sanfter und wuchtiger ausfallen.
Im Jahr 2002 wurden auf gut 120.000 Hektar Anbaufläche insgesamt 5,74 Millionen Hektoliter Qualitätswein erzeugt.
C
Chaptalisation
Die Chaptalisation bezeichnet eine nach dem französischen Chemiker Jean-Antione Chaptal (1756–1832) benannte kellertechnische Methode, durch die der endgültige Alkoholgehalt des Weines durch Zugabe von Zucker zum Traubensaft oder Most vor, bzw. nach der Gärung erhöht wird.L
Landwein, deutsch
Deutsche Landweine zählen zu den Weinen mit geographischer Herkunftsangabe. Es sind typische Weine, unkomplizierte Weine mit den typischen Aromen der jeweiligen Region. Seit dem 1. August 2009 sind die folgenden Landweingebiete gesetzlich festgelegt:
Die Liste der deutschen Landweingebiete in alphabetischer Reihenfolge:
- Ahrtaler Landwein
- Badischer Landwein
- Bayerischer Bodensee-Landwein
- Brandenburger Landwein
- Landwein Main
- Landwein der Mosel
- Landwein Neckar
- Landwein Oberrhein
- Landwein Rhein
- Landwein Rhein-Neckar
- Landwein der Ruwer
- Landwein der Saar
- Mecklenburger Landwein
- Mitteldeutscher Landwein
- Nahegauer Landwein
- Pfälzer Landwein
- Regensburger Landwein
- Rheinburgen Landwein
- Rheingauer Landwein
- Rheinischer Landwein
- Saarländischer Landwein
- Sächsischer Landwein
- Schleswig-Holsteiner Landwein
- Schwäbischer Landwein
- Starkenburger Landwein
- Taubertäler Landwein
T
Tannin
Tannin ist eine in der Rinde vieler Bäume und in Früchten vorkommende Substanz, die einen adstringierenden Geschmack verursacht. Als einer der wenigen Bestandteile des Weins sind Tannine nicht zu riechen. Erst im Mund lösen sie einen Bittergeschmack aus, ein "trockenes", die Innenseiten der Wangen zusammenziehendes Gefühl. Diesen Geschmack kennt man häufig von starkem Tee oder eben von jungen, zur Alterung bestimmten Rotweinen.Tannine erhält der Wein jedoch nicht nur aus den Traubenteilen sonder auch durch die Lagerung in Holzfässern, da er die Stoffe aus der Holzummantelung löst.
Tafelwein, deutsch
Seit der EU-Weinrechtsänderung vom 1. August 2009 wurde der Begriff Tafelwein durch die Bezeichnung Deutscher Wein ohne Herkunftsbezeichnung ersetzt. Seitdem dürfen diese Weine auch eine Rebsorten- und Jahrgangsbezeichnung tragen, allerdings sind die Qualitätsanforderungen niedriger als die von Qualitäts- und Prädikatsweinen.Die Weine dürfen ausschließlich aus deutschem Lesegut zugelassener Rebflächen und Rebsorten stammen. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wird in Deutschland nur sehr wenig Wein dieser niedrigsten Qualitätsstufe erzeugt.
P
Prädikatsweine, deutsch
Für die Prädikatsweine gelten in Deutschland die höchsten Anforderungen hinsichtlich Sortenart, Reife, Harmonie und Eleganz. Ein Zuckerzusatz ist bei Prädikatsweinen grundsätzlich verboten. Wir unterscheiden zwischen sechs verschiedenen Prädikaten mit wiederum je nach Anbaugebiet und Rebsorte unterschiedlichen Mindestmostgewichten. Grundsätzlich gelten in südlicheren Anbaugebieten meistens auch höhere Anforderungen.
Die deutschen Prädikate in aufsteigender Reihenfolge:
Kabinett: feine, leichte Weine aus reifen Trauben mit geringem Alkoholgehalt
Spätlese: reife, elegante Weine mit feiner Frucht, die etwas später geerntet werden
Auslese: edle Weine aus vollreifen Trauben, unreife Beeren werden ausgesondert.
Beerenauslese:
volle fruchtige Weine werden aus überreifen und oft auch edelfaulen Beeren gekeltert. Der
Botrytispilz (Edelfäule) trägt hier mit zur Qualität bei; solche Weine können
nicht in jedem Jahrgang geerntet werden und sind über Jahrzehnte
lagerfähig.
Trockenbeerenauslese: aus rosinenartig
eingeschrumpften, edelfaulen Beeren gekeltert, ist die
Trockenbeerenauslese die Spitze der Qualitätspyramide,
süß und honigartig kann man die Weine
über Jahrzehnte lagern und reifen lassen.
Eiswein:
aus Trauben, bei denen das gleiche Mindestmostgewicht wie bei einer
Beerenauslese erreicht wurde und die Trauben in gefrorenem Zustand unter
minus 7 Grad Celsius gelesen und gefroren gekeltert werden, so dass nur
das Frucht-Konzentrat ausgepresst wird.





